Hamburgs Abendszene
Hamburgs kreative Szene

Hamburgs Abendszene: Von der Bühne bis zur Spielbank Hamburg

Wenn in Hamburg der Feierabend kommt, wacht die Stadt erst richtig auf. Zwischen Alster und Elbe reihen sich Konzertsäle, Theater, Bars und kleine Clubs aneinander, und mittendrin leuchten die Fenster der Spielbank Hamburg. Genau das macht einen Abend hier so reizvoll: Du musst dich nicht zwischen Kultur, Nachtleben und ein bisschen Nervenkitzel entscheiden. Oft liegt das alles nur ein paar Gehminuten auseinander.

Eine Stadt, die abends ihr zweites Gesicht zeigt

Über 60 Theater und mehr als 60 Museen bringt Hamburg zusammen, dazu eine Musiklandschaft, die von der Elbphilharmonie bis zur Großen Freiheit reicht. Bist du einmal an einem Septemberabend über die Reeperbahn gezogen, während beim Reeperbahn Festival in fast jedem Hinterzimmer eine neue Band spielt, verstehst du schnell, warum die Stadt als Bühnen-Metropole gilt. Die nächste Ausgabe läuft vom 16. bis 19. September 2026. Wie lebendig Hamburgs Konzert- und Festivalszene das ganze Jahr über ist, merkst du an fast jedem Wochenende. Sobald es dunkel wird, zeigt die Stadt ohnehin ihre schönste Seite: In Planten un Blomen tanzen von Mai bis September jeden Abend um 22 Uhr die Wasserlichtspiele, vom Turm des Michel blickst du über das ganze Lichtermeer, und an den Landungsbrücken spiegelt sich der Hafen im Wasser. Dieses Nebeneinander aus Hochkultur und Halbwelt ist typisch Hamburg und erklärt, warum eine Spielbank hier nie ein Fremdkörper war.

Wo früher das Kino lief: das Casino Esplanade

Die schönste Geschichte erzählt das Casino Esplanade am Stephansplatz. Die Straße davor wurde zwischen 1827 und 1830 als Prachtboulevard nach Plänen von Carl Ludwig Wimmel angelegt, mit vier Reihen Linden in der Mitte und dem Spitznamen „Hamburgs Unter den Linden”. Das Gebäude eröffnete 1907 als Grand Hotel Esplanade nach Entwürfen des Berliner Architekten Otto Rehnig. Der einstige Ballsaal wurde nach dem Krieg zu einem der prächtigsten Kinos der Stadt, mit Stuck an den Decken und schweren Kronleuchtern. Wo jahrzehntelang Filme liefen, sitzen heute Gäste am Roulettetisch.

Tagsüber liegt das Haus mitten im Großstadttrubel, in den Abendstunden inszeniert es sich fast wie ein Festspielhaus. Seit dem 2. Dezember 2006 betreibt die Spielbank Hamburg hier ihr Flaggschiff: American und French Roulette, Blackjack und Poker an den Tischen, dazu rund 140 Spielautomaten in einer eigenen Slot-Halle. In der hauseigenen REDBLACK-Lounge gibt es regelmäßig Live-Events, und auf der Sommerterrasse trinkst du deinen Cocktail mit Blick über die Stadt. Regelmäßig gastieren hier außerdem die Deutschen Pokermeisterschaften und Stationen der German Poker Tour. Das denkmalgeschützte Haus gehört so sehr zur Stadtkultur, dass sogar Schriftsteller Heinz Strunk eine Ehrenkarte besitzt.

Eine Tradition, die älter ist als der Kiez-Trubel

Dass Hamburg überhaupt eine Spielbank hat, geht weiter zurück, als die meisten denken. Das erste Haus öffnete 1978, damals im Hotel InterContinental an der Außenalster. Aus dieser einen Adresse ist über die Jahrzehnte ein kleines Netz geworden. Jeder Standort hat dabei seinen eigenen Charakter bekommen, vom feinen Tischspiel in der Innenstadt bis zum Automatensaal im Wohnviertel. In Hamburg wächst selten etwas auf der grünen Wiese, sondern in alte Mauern hinein. Genau so liest sich auch die Geschichte der Hamburger Spielbanken.

Hamburgs Spielbanken: vier Häuser, vier Stimmungen

Tatsächlich gibt es gleich mehrere Spielbanken in Hamburg, und jedes Haus hat seinen eigenen Charakter. Das Esplanade ist das große Haus am Stephansplatz, fußläufig zum Dammtor und zur Binnenalster, klassisches Spiel ab 17 Uhr und Automaten schon ab Mittag bis in die frühen Morgenstunden. Das Casino Reeperbahn liegt mitten im Trubel von St. Pauli, ein paar Schritte von den Musicaltheatern entfernt, und öffnet ab 14 Uhr. Mundsburg im Osten und Steindamm nahe dem Hauptbahnhof sind die unaufgeregten Nachbarschafts-Casinos, reine Automatenhäuser von 10 bis Mitternacht. Für reines Pokern fährst du ein Stück weiter raus nach Schenefeld direkt vor den Toren Hamburgs, dessen Casino bei Turnierspielern seit Jahren einen Namen hat.

Die wichtigsten Unterschiede der vier Hamburger Häuser auf einen Blick:

Haus Lage Öffnungszeiten Spielangebot
Casino Esplanade Stephansplatz, Innenstadt Automaten ab 12 Uhr, klassisches Spiel ab 17 Uhr, bis 4 Uhr Roulette, Blackjack, Poker, Automaten
Casino Reeperbahn St. Pauli täglich 14–4 Uhr Automatenspiel
Casino Mundsburg Hamburg-Ost täglich 10–24 Uhr Automatenspiel
Casino Steindamm nahe Hauptbahnhof täglich 10–24 Uhr Automatenspiel

Welche Spielbank passt zu welchem Abend?

Kommst du frisch aus einem Konzert in der Laeiszhalle oder von der Staatsoper, ist das Esplanade die naheliegende Wahl, schon weil du in wenigen Minuten dort bist. Steckst du mitten im Kiez-Abend zwischen Musical und Live-Club, nimmst du die Reeperbahn einfach mit, sie liegt ohnehin auf dem Weg. Und wenn dir nach einer entspannten Stunde am Automaten ist, ohne große Garderobenfrage, sind Mundsburg oder Steindamm die ehrlichen Adressen um die Ecke. So deckt das Quartett ziemlich jede Abendstimmung ab, vom schicken Tischspiel bis zum kurzen Feierabend-Stopp.

Davor und danach: ein Abend rund um die Spielbank

Das Schöne an der Spielbank ist, dass sie nicht für sich allein steht, sondern mitten im Ausgehviertel. Rund um das Esplanade liegen einige der schönsten Adressen der Stadt. Direkt auf der Esplanade selbst hält die Klimperkiste die Stellung, eine Traditionskneipe, die gern bis vier oder sechs Uhr morgens offen bleibt. Ein paar Minuten weiter mixt das Le Lion an der Rathausstraße den weltberühmten Gin Basil Smash, der genau hier erfunden wurde. Und gleich nebenan rauschen in Planten un Blomen die Wasserlichtspiele über den Teich.

Zieht es dich eher auf den Kiez, bist du in wenigen Minuten auf der Reeperbahn. Im Molotow laufen Konzerte und Indie-Partys, von der Skyline Bar 20up im zwanzigsten Stock schaust du über ganz St. Pauli, und in der Großen Freiheit spielt die Musik bis tief in die Nacht. Wenn dann irgendwann die Sonne aufgeht, gehört der Sonntagmorgen traditionell dem Fischmarkt, mit Fischbrötchen und einem letzten Getränk, bevor es nach Hause geht. So wird aus dem Abstecher in die Spielbank ein ganzer Hamburger Abend.

Bevor du losziehst

Gespielt werden American und French Roulette, Blackjack und Poker-Varianten wie Texas Hold’em, Omaha und Ultimate Texas Hold’em, dazu die übliche Bandbreite an Automaten. Den Ausweis solltest du einstecken, und mit der Hamburg CARD kommst du ins Esplanade sogar kostenlos rein. Klassisches Tischspiel gibt es im Esplanade, die kleineren Häuser bleiben beim Automatenspiel. Ein Blick auf die Öffnungszeiten lohnt sich, denn während die Innenstadt-Häuser bis in die Nacht laufen, machen Mundsburg und Steindamm schon um Mitternacht Schluss.

Vielleicht beginnt dein nächster Abend in der Elbphilharmonie und endet am Roulettetisch im Esplanade, ein paar Haltestellen weiter. In Hamburg liegt das erstaunlich nah beieinander, und genau darin liegt der Reiz.